UECC Pressemitteilung zur Resolution aus Mannheim, Ludwigshafen zu Logistik-knoten 26 Juni 2026
Resolution der Union europäischer Industrie- und Handelskammern (UECC)
Logistikknoten und ihre Zulaufstrecken gezielt weiterentwickeln!
Güterverkehr in Europa braucht gut funktionierende und vernetzte Logistikinfrastrukturen. Binnenhäfen und Umschlagterminals als zentrale Drehscheiben der Logistik sowie ihre Zulaufstrecken nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, und müssen konsequent in den Mittelpunkt verkehrspolitischer Strategien gestellt werden.
Ziel sollte es sein, die Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit der europäischen Umschlagsknoten, insbesondere Häfen, Anlagen des Kombinierten Verkehrs sowie Güterumschlagszentren zu stärken. Diese wiederum brauchen leistungsfähige Zulaufstrecken auf Straße, Schiene und Wasserstraße.
Logistikdrehscheiben stehen derzeit vor großen Herausforderungen wie zunehmendem globalem Wettbewerb, der Dekarbonisierung des Verkehrs, Flächenknappheit, steigenden Anforderungen an Digitalisierung und Sicherheit, maroden Brücken und Verkehrswegen sowie einer insgesamt zu geringen Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen. Auf EU-Ebene sollen u.a. die Umsetzung der Transeuropäischen Verkehrsnetze sowie die neue EU-Hafenstrategie den Rahmen für die kommenden Jahre setzen, um die Infrastrukturen zu stärken.
Vor diesem Hintergrund formuliert die UECC folgende zentrale Forderungen:
1) Binnenhäfen stärker in die EU-Hafenpolitik integrieren
Die Binnenhäfen sind Teil der EU-Hafenstrategie. Bei der Umsetzung dürfen diese jetzt nicht aus dem Fokus geraten, Förderprogramme und weitere politische Initiativen dürfen sich nicht nur auf Seehäfen konzentrieren. Es braucht einen zusammenhängenden, grenzübergreifenden Blick auf die multimodalen Logistikzentren ausgehend von den Seehäfen entlang der Wasserstraßen. Binnenhäfen spielen eine Schlüsselrolle als Schnittstellen zwischen Wasserstraße, Schiene und Straße und sollten gezielt gestärkt und weiterentwickelt werden, z.B. für den verstärkten Umschlag von Schwergut und als Energie-Hubs. Mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen gilt beim Schutz kritischer Infrastruktur zu vermeiden, dass Binnenhäfen pauschal die gleichen Sicherheitsanforderungen wie Seehäfen erfüllen müssen. Undifferenzierte Sicherheitsanforderungen bei geringerem Gefährdungsprofil können für Binnenhäfen die gewünschte Verkehrsverlagerung gefährden.
2) Stärkung multimodaler Knoten
Der Aus- und Neubau leistungsfähiger Umschlagsterminals – insbesondere für den kombinierten Verkehr Straße/Schiene sowie Straße/Schiene/Wasserstraße – ist konsequent voranzutreiben. Die EU sollte diese Investitionen stärker fördern. Gleichzeitig müssen bestehende Logistikflächen gesichert und neue Flächen bedarfsgerecht ausgewiesen werden. Hier sind die Kommunen aufgefordert, die strategische Bedeutung von Logistikflächen für Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und klimafreundliche Verkehre stärker anzuerkennen.
3) Infrastruktur modernisieren und ausbauen
Eine zuverlässige Infrastruktur ist die Voraussetzung für leistungsfähige und emissionsarme Transportketten. Reibungslose Vor- und Nachläufe sind sicherzustellen und können zusätzliche Verlagerungspotenziale auf umweltfreundlichere Verkehrsträger erschließen. Neben Investitionen in die Häfen und Knoten als solche, müssen daher als eine weitere Priorität verstärkt Investitionen in leistungsfähige Zulaufstrecken einschließlich der Hafenhinterlandverbindungen getätigt werden. Hierzu gehören sowohl Straßen, Brücken, Schienenstrecken und Gleisanschlüsse für Unternehmen und Industriegebiete als auch Schleusen sowie Fahrrinnen auf den wichtigen Binnenwasserstraßen.
4) Bürokratie abbauen und Genehmigungen beschleunigen
Damit notwendige Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen erfolgreich und zügig umgesetzt werden können, und mögliche Förderungen auch dort ankommen, wo sie benötigt werden, ist es wichtig, Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastruktur-, Logistik- und Hafenprojekte deutlich zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Gleichzeitig ist eine bessere überregionale und europäische Koordination von Baumaßnahmen entlang zentraler Verkehrskorridore sicherzustellen.
5) Ausreichende und verlässliche Finanzierung
Die Modernisierung und der Ausbau der transeuropäischen Verkehrsnetze und Knoten erfordern eine langfristig gesicherte und deutlich erhöhte Finanzierung auf nationaler und europäischer Ebene.
Investitionen in Infrastruktur sind Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
Wien/ Ludwigshafen/Mannheim, 25. Juni 2026
Davor Sertic Jürgen VOGEL Dr. Axel Nitschke,
Hauptgeschäftsführer Hauptgeschäftsführer
Präsident der UECC IHK Pfalz IHK Rhein-Neckar
